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hot chip - made in the dark
emi

Scheinbar hat es fünf hinter Krankenkassenbrillen und Wuschelfrisuren versteckte Jungs gebraucht, um den Glamour von großem Pop wieder funkeln zu lassen. Und zwar weniger außen auf der Fassade, sondern tief drinnen in der Musik. Hot Chip haben das Prinzip Boygroup aus dem Geiste des Nerdismus neu erfunden und damit Pop wie nebenbei eine so nicht erwartete Gegenwärtigkeit verliehen. Ihre flexible Besetzung, ihre offene Soundpolitik und ihre Fusion von Track und Song zeigen, wie das Modell einer modernen Band aussehen kann.

Wer sich dem Charme ihrer Ohrwurmmelodien aussetzt, vermag dabei gar nicht so leicht zu sagen, was genau Hot Chip denn nun so unwiderstehlich macht. Vielleicht fängt es bei Unbeschwertheit an und hört bei Leidenschaft noch lange nicht auf. Auf jeden Fall fusionieren die fünf Musiker aus London Funk und Folk mit einer entwaffnenden Sensibilität für große Melodien. Man müsste den Hot-Chip-Songs schon mit der Lupe, einem Seziermesser und viel Liebe für mühselige Fitzelarbeit zu Leibe rücken, um die einzelnen Einflüsse wieder auseinander zu pflücken. Eklektizismus klang seit Ewigkeiten nicht mehr so selbstverständlich wie bei Hot Chip.

Auf ihrem dritten Album "Made In The Dark" diversifiziert die Band ihren Stil weiter aus - es wird auf der Funk-Seite etwas offensiver, zum Teil rockiger und zugleich auf der Folk-Seite noch besinnlicher und intimer -, ohne dabei aber einen gespaltenen Eindruck zu hinterlassen. Hier passt alles zusammen. Gerade so wie auf einem der klassischen Alben von, sagen wir: Prince, das seine Dramaturgie von Dance Grooves über aggressiven Rock oder HipHop-Beats bis zu Balladen spannt. In dieser Traditionslinie spielen Hot Chip nicht bloß die Rolle von Epigonen, sie sind die neuen Souveräne des Glamours.

www.hotchip.co.uk
myspace.com/hotchip
 
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last updated: 2009.08.26, 12:29