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principles of geometry - lazare
tigersushi

Die biblische Figur des Lazarus wurde von Nick Cave & The Bad Seeds eben erst zum popkulturellen Thema gemacht. Während der Heilige dort aber ordentlich zu graben und in erdigem Rock'n'Roll zu wühlen hat ("Dig, Lazarus, Dig!!!"), darf der "Lazare" von Principles Of Geometry nach oben, in Richtung Himmel, Weltall, Erlösung blicken. Denn der anfängliche Oktavbass-Dauerlauf auf dem zweiten POG-Album ist im Grunde nur ein Ablenkungsmanöver. Bei aller Liebe zu Retro-Sounds - hier wird ein wahres Fest für analoge Klangerzeuger veranstaltet - geht es dem französischen Duo genau besehen eher um die Dekonstruktion von Synthiepop, um einen Ausbruch in spacige Dimensionen.

Der Antrieb hierfür sind recht spartanische und doch messerscharfe Beats, gefangen in jenen rhythmischen Gummizellen, die auch Jimmy Edgar oder der Pariser Kollege Jackson And His Computer Band gerne einsetzen. Daneben finden sich Italo-Emotionen in Zeitlupe, instrumentales Gefühlskino aber auch Gesang von Sebastien Tellier sowie Reime von den Rappern Vast Aire und Hangar 18. Ein wenig vom derzeit obligaten Franzosenkrach mit Verzerrer gibt's als Bonus obenauf, allerdings wieder mit abgedreht-kosmologischem Einschlag. Damit ist die Auferweckung des Lazarus von den Toten einmal mehr geglückt. Principles Of Geometry pumpen jede Menge frische Lebensenergie in ihre Nostalgie-Sounds.

www.tigersushi.com
myspace.com/principlesofgeometry
 
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last updated: 2009.08.26, 12:29