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james din a4 - fistel rose power
pingipung

"All you need is lost", prangt in verschnörkelten Lettern als Motto in der Mitte, wenn man das luxuriöse CD-Schatzkästchen von "Fistel Rose Power" nach beiden Seiten auseinanderklappt. Was für eine witzige Beatles-Anspielung, denkt man noch im ersten Moment. Was für ein trockene, todtraurige Ansage, im zweiten. Dieses Hin-und-Hergerissen-Sein zwischen Humor und Trübsal, Euphorie und Nachdenklichkeit ist typisch für das Werk von Dennis Busch, einem dieser liebenswürdigen Musikverrückten, die sich vom Hartz-IV-Fallmanager lieber ein Bein ausreißen ließen, als etwas zu machen, was ihren Prinzipien oder einfach ihrem augenblicklichen Empfinden zuwider läuft.

Die Stücke elektronischer Musik, die Busch vor allem unter der Tarnkappe des James Din A4 aber auch weiteren Decknamen wie Pop Dylan und Pastor Fitzner an seinem Sampler erfindet, schlackern und klappern allzeit unberechenbar. Sie wirken ein wenig schief zusammengezimmert, als könnten sie schon im nächsten Moment auseinander fallen. Aber dysfunktional kann das nur nennen, wer keine motorische Fantasie in den Knochen hat. Dennis Busch macht schlicht die beste Tanzmusik, die es auf Tanzflächen nie zu hören gibt.

Weil das von jedem einzelnen Beat über Albumtitel wie "Traumjob Frührentner" oder "Ab morgen gibt's statt Brot nur Steine" bis zur liebevollen Cover-Gestaltung verschrobene und autonome Gesamtkunst ist, wurde sie bisher fast ausschließlich auf Buschs eigenem Label Esel veröffentlicht und ausnahmslos auf Vinyl gepresst. Die guten Menschen von Pingipung haben sich nun um eine überfällige Best-of auf CD gekümmert. Sie ist ein wahres Kleinod geworden. Aber genau besehen doch ein recht bescheidenes Denkmal für einen der größten House-Querdenker unserer Tage.

www.pingipung.de
www.madewithhate.com
 
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last updated: 2009.08.26, 12:29