plastikmädchen
texte zu feminismus und popkultur
 
musik

buch

comic

film/tv

mädchen

alltag

wer

was


home


xml version of this page
Cansei de ser sexy
 
CSS müssen das nächste große Ding werden! Wenn die fünf Girls und der eine Boy aus São Paulo das mit ihrem Debüt "Cansei de ser sexy" nicht schaffen, bin ich echt sauer.
(2006.09.24, 23:00)

Tired of being sexy

Wenn CSS nicht das große neue Ding werden, bin ich enttäuscht von der Musikszene allgemein und sehr sauer auf eigentlich alle. Das ist natürlich nichts Neues, aber bei dieser Band vor allem für die anderen schade. Denn das im Lo-Fi-Kollektiv mit heißer Nadel gestrickte Agit-Elektro-Punk-Gemengelage der fünf Mädchen und des einen Jungen aus São Paulo ist so wow, dass man sich auf der Stelle verknallen möchte in dieses melodiöse High-Energy-Gerumpel. Und wer emphatisch geträllerte Zeilen wie "Music is my boyfriend, music is my girlfriend, music is my greatgranddaughter, music is my favourite mistress! Music is my hot hot sex, my music is where I?d like you to touch" nicht mitkriegt, ist doch eigentlich fast ein bisschen zu bemitleiden. Im Wikipedia-Eintrag, den die Gruppe mit arty Background und dem portugiesischen Namen, der auf englisch als "Tired of being sexy" geführt wird, schon ihr eigen nennen kann, werden Parallelen zu den Arctic Monkeys gezogen, da CSS zunächst über die in Brasilien populären Fotoblogs und das brasilianische Myspace namens Trama Virtual massiv in der Szene aufschlugen.

Doch wo die Monkeys sich als ernsthaft bierige Jung-Guitarreros gerieren, steht bei CSS der punkig-schrille DIY-Ethos im Vordergrund. Als sich das Kollektiv, das mehr wie ein in alle Richtungen strebender Haufen als wie eine homogene "Band" klingt, 2003 spaßmäßig in Kellerräumen zusammentat, konnte bis auf den Drummer keine in klassischer Manier irgendwas spielen. Und während "Cansei de ser sexy" drei Jahre später rund und völlig hitverdächtig bei Sub Pop landen konnten, ist das Disparate, Agitatorische der vor Energie fast platzenden 80ies-Punk-Riot-Electro-Brause mit englischen Gesängen und portugiesischen Staccato-Raps zum Glück immer noch absolut präsent. Sir Simon "Rip it up" Reynolds wurde angeblich schon dabei erwischt, wie er bei einem CSS-Konzert in São Paulo zustimmende Grunzlaute von sich gab - in meiner Vorstellung höre ich demnächst Schreie. | intro aug 06
kontakt