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Gudrun Gut
 
Eigentlich unglaublich, dass Gudrun Gut in ihrer langen, beeindruckenden Musikerinnenkarriere erst jetzt ihr erstes richtiges Artist-Album veröffentlicht hat: "I Put A Record On".
(2007.05.12, 12:44)

Das Schöne und Beeindruckende an Gudrun Guts Label Monika Enterprise war schon immer, dass die Musik, die dort erscheint, sich so konstant stimmig in den selbst geschaffenen Genre-Kosmos einfügt, ohne eintönig zu sein. Statt auf dem - ohne Frage erstklassigen - Malaria!-Pferd in den Sonnenuntergang zu reiten, sucht sie immer weiter in den entlegensten Ecken nach Neuem, das passt. Ganz uneitel als Katalognummer 55 präsentiert die Chefin jetzt ihre erste eigene Soloplatte "I Put A Record On" (Monika / Indigo), die, und auch da kann man nur staunen, auch wieder alles umsetzt, was sie von ihren Artists zu wollen scheint.

Auf einem Ambient-inspirierten Basis-Buzz rollen und klopfen dubhousige Beats, Samples von Boogie-Woogie über Blues bis zu Tango schmeicheln sich unauffällig in die Tracks, und nicht selten sing-flüstert Gudrun Gut englische Lyrics in das sphärische Soundmiasma, die den Großstadt-Märchenwald-Vibe noch verstärken. Am wenigsten typisch und doch mit am eindringlichsten ist vielleicht der gemeinsam mit Manon P. Duursma entstandene Track "The Wheel", der am Ende sanft in eine Alltags-Rauschen-Collage ausfranst. Schön und unerwartet auch: eine Coverversion eines Stücks der letzten Smog-Platte, "Rock Bottom Riser", die den Gitarrenminimalismus des Originals kongenial in Synthie-Melancholie verdreht. | intro april 07
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